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Der
Zwerg
Das
Universum "Zwerg" kennt neben der Bedeutung für kleine
Menschen (Nanus pygmaeus) vor allem die grosse Zahl kleiner Gestalten,
die ihren Ursprung in Urgeschichte, Mythologie, Märchen, Sagen und
Legenden haben! Allein in Europa kennt man davon mehr als 800 Denominationen.
In Osteuropa, um nur wenige Beispiele zu nennen, kennt man z.B. Wichtel,
Heinzelmännchen, Gnome, Kobolde, Trolle, Kabouter, Dwarfs, Lutons
u.v.a.m.. Alle diese Figuren sind zwergenähnliche Gestalten und sie
sind ausnahmelos mit dem Aberglauben verbunden. All diese Zwerge sind
physisch nicht existent, die Abbildungen stützen sich auf schriftliche
und vor allem auf mündliche Überlieferungen.
Der Gartenzwerg
Im Gegensatz dazu ist der Gartenzwerg (nanus hortorum vulg.) frei
von jedem Aberglauben. Es handelt sich um ein Produkt des Kunsthandwerkes,
das erstmals um 1872 in Erscheinung trat. Dieser Zwerg, von einem Töpfergesellen
in Gräfenroda (Thüringen/Deutschland) hergestellt, war den Barockzwergen
in Weikersheim (Salzburg/ Österreich) nachempfunden. Das Produkt
aus einer ehemaligen Tierköpferei kam auf den Markt, als die Schrebergärten
in Zentren mit starkem Zuwachs an Industriearbeitern entstanden. Den Schrebergärten
fehlte zu ihrem Glück - nach Gemüse, Blumen, und dem typischen
Häuschen - noch eine Figur, wie sie Parks und Gärten des Adels
und der Reichen zierte. So hielt der auf der Leipziger Messe zuerst gezeigte
Zwerg in die Familiengärten Einzug. Er wurde - sozusagen über
Nacht - zum Gartenzwerg
Der Gartenzwerg, auch
als "Statue des kleinen Mannes" bezeichnet, bestand zunächst
aus keramischem Material (Terracotta/Ton). Er war von Hand gefertigt und
bemalt. Neben dem schlichten, stehenden Zwerg finden wir schon in der
Frühzeit solche mit Gartengeräten, Büchern oder mit Angelrute.
Alle hatten einen Zipfel (wie die Bergleute im Mittelalter), einen grauen
oder melierten Bart, eine braune oder grüne Weste sowie eine grosse
Schürze und starke Schuhe. Letztere Kleidungsstücke erinnern
noch heute an die bergmännische Vergangenheit des Gartenzwergs.
Während fast
sechs Jahrzehnten beherrschte der so beschriebene artige, beseelte Gartenzwerg
den Markt. In dieser Zeit verjüngte sich sein einst greisenhaftes
Gesicht, die Hautfarbe wurde "gesünder" und die Werkzeuge
zahlreicher. Die handwerkliche Fertigung erfolgte zum grossen Teil in
Gräfenroda und Umgebung, sowie in anderen Teilen des Thüringer
Waldes. Später entstanden Werkstätten auch im Rheinland, im
Elsass, in Österreich und in der Tschechoslowakei und selbst in der
Schweiz.
Fast 25 Jahre
ohne Zwerge
Von den 30er Jahren
bis zur Wiedervereinigung Deutschlands war die Herstellung sowohl vom
Regime der Nazis wie der DDR stark eingeschränkt worden. Das den
Herrschaftsansprüchen hier noch dem proletarischen Weltbild dort
widersprechende Aussehen und Auftreten der oft "typisch deutsch"
genannten Gartenzwerge brachte den einstigen Liebling vieler Generationen
fast zum Verschwinden.
Der Plastik Zwerg
im Anmarsch
Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges begannen die damals noch bestehenden
oder der Verstaatlichung entrissenen Manufakturen wieder mit der Herstellung
der Gartenzwerge - wie gehabt. Gleichzeitig stieg die Nachfrage bei sinkendem
Angebot des klassischen Gartenzwergs aus Ton. Der Kunststoff diente bald
bald einmal als Ausgangsmaterial für die Fabrikation von Gartenzwergen,
zunächst im Aussehen sich auf die Urformen aus Gräfenroda stützend:
Mit den Jahren gab es hier in der Herstellung, im Aussehen und in der
Ausstattung zahlreiche Veränderungen, zum Teil in Richtung von abartigen
Figuren. Diese vermochten die Nanologen orthodoxer nur noch als Figuren,
aber nicht mehr als Gartenzwerge bezeichnen. Und sie waren unbeseelt,
weil Kunststoff - im Gegensatz zu Ton - nicht atmen kann. Zu diesen Unartigen
und Unbeseelten zählt man z.B. Chef's Opfer oder Jungfernschreck
und andere Figuren mit zweifelhaften Handzeichen.
Nanologie als Wissenschaft
Die Nanologie war gefordert und so entstand um 1980 die Internationale
Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge IVZSG mit Sitz in Basel (Schweiz).
Diese hielt und hält sich bei ihrer Arbeit an das Lehrbuch "Zipfel
auf!" Wo immer möglich verteidigt die Vereinigung den klassischen
Zwerg in Wort und Schrift, an Kongressen, Symposien, Ausstellungen aber
auch in den Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet usw.).
Daneben geht die Forschung
weiter, um die Ursprünge des Gartenzwerges noch näher aufzudecken
und Synergien aufzuzeigen, welche zum Gartenzwerg von heute führten.
Klargestellt wurde die vielseitige Erwähnung des Gartenzwerges und
seiner Vorgänger im Bereich der Mythologie und der Sagenwelt, aber
auch in der Literatur, der Musik, der Malerei, in der Bildhauerei, in
der Fotografie und in der Werbung!
Die Nanologie erklärt
explizit, dass Figuren, welche grösser als 68 cm sind, nicht mehr
als Gartenzwerge zu bezeichnen sind. Neben dem Lehrbuch "Zipfel auf"
von Prof.nan. Fritz Friedmann dient auch die vom selben Autor redigierte
"Gartenzwerg Gazette" der nanologischen Information und der
Förderung der Zusammenarbeit unter den Freundinnen und Freunden der
"Rotbemützen" auf der ganzen Welt.
Merke:
Alle Nanologen sind dem Wahlspruch verbunden:
DIE WAHRE GRÖSSE LIEGT IM KLEINEN
Interviews mit Prof.nan. Fritz Friedmann sind nach Absprache möglich:
Tel. +4161
3134867
Sekretariat
IVZSG
St. Jakobsstrasse 103
CH-4052 Basel
Leider
können wir von unserem Lehrbuch "Zipfel auf" keine Rezessions-
oder Leihexemplare an die Presse abgeben.
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