Was
schrieb die Presse über die Gartenzwerge?
| Am
Gartenzwerg scheiden sich die Geister
Schon seit Jahrzehnten bevölkert er Wiesen und Beete, rührt sich auch bei Wind und Wetter nicht vom Fleck und lächelt fast immer freundlich. Trotzdem hat der kleine rotbemützte Kerl Feinde. Nicht jeder ist ein Gartenzwerg-Freund.
|
![]() |
|
Das bewiesen einige Nachbarn, als sie in Hasselweiler bei Titz die Polizei riefen, weil sie sich durch einen Gartenzwerg belästigt fühlten. Der junge Besitzer hatte seinen kleinen Freund in den Vorgarten seines Hauses gestellt. Was die Nachbarn stört: Der Zwerg ist Exhibitionist, er hält seinen Mantel weit geöffnet, zeigt sein 'bestes Stück' und lächelt natürlich! Die Anwohner alarmierten die Polizei. "Die Kollegen sahen sich den Gartenzwerg vor Ort an. Er war völlig harmlos. Schließlich ist der Penis nicht erigiert. Das war keine 'Erregung öffentlichen Ärgernisses' nach Paragraph 183a des Strafgesetzbuches", sagt Polizeisprecher Willi Roderburg. Der Zwerg darf im Vorgarten stehen bleiben, obwohl er sicher nicht den weitverbreiteten Moralvorstellungen entspricht. Zwergentradition Skandalzwerge
Prozesse gegen Besitzer von Gartenzwergen hat es schon viele gegeben. Dabei wird nicht immer nur gegen Provokateure gewettert. Auch die Inhaber von Musensöhnen und Malochern sind schon vor Gericht gelandet. 1995 klagte eine Frau gegen ihren Nachbarn, weil seine Gartenzwerge zu kitschig und kleinbürgerlich waren. Entweder man liebt sie heiss und innig oder man hasst sie. Aber wenn man sie lächeln sieht, lassen sie niemanden völlig kalt. |
|
|
WDR
- 31. Oktober 2001
|